Für einen echten Gamer ist es entscheidend, flüssig und ohne Probleme am PC spielen zu können. Das gelingt nur mit einem Laptop oder Desktop-PC, der mit sehr leistungsstarken Komponenten ausgestattet ist. Ein solches Gerät benötigt eine starke Grafikkarte, einen sehr schnellen RAM, einen Hochgeschwindigkeits-Prozessor und ein optimales Kühlsystem. Auch das Netzteil spielt eine zentrale Rolle. Es muss den Energiebedarf all dieser stromhungrigen Komponenten zuverlässig abdecken.
Die ideale Leistung für einen echten Gaming-PC
Welche Risiken birgt ein zu schwaches Netzteil?
Bei einem Gaming-PC kann ein zu schwaches Netzteil zu plötzlichen Neustarts führen. Eine äußerst frustrierende Situation! Sie riskieren, Ihr Spiel zu verlieren und müssen ab dem letzten Speicherpunkt neu beginnen.
Ein Netzteil mit zu geringer Leistung erhöht außerdem das Risiko der Überhitzung. Zusätzlich kann es zu Spannungsschwankungen kommen. In solchen Fällen können die teuren Komponenten Ihres PC Schaden nehmen. Ist die Versorgungsspannung zu niedrig, können außerdem Störgeräusche auftreten, die die Soundeffekte des Spiels beeinträchtigen.
Was ist mit einem überdimensionierten Netzteil?
Ein überdimensioniertes Netzteil bringt keinerlei Leistungsvorteile. Es macht sich lediglich auf Ihrer Stromrechnung bemerkbar. Der einzige wirkliche Vorteil ist, dass es weniger heiß wird und dadurch tendenziell länger hält.
Und wie sieht dann die ideale Leistung aus?
In der Praxis sollte das Netzteil eines Gaming-PC mindestens eine Leistung von 550 W haben. Online verfügbare Netzteil-Leistungsrechner helfen Ihnen, den genauen Bedarf Ihres PC zu ermitteln. Es handelt sich um automatisierte Tools, die in der Regel kostenlos sind.
Der Grafikkarten-Typ
Da die Grafikkarte die meiste Energie verbraucht, können Sie sich an folgenden Angaben orientieren, um die passende Netzteilleistung zu wählen:
- 550–650 Watt : diese Leistung genügt für rund 80 % der aktuellen Gaming-PCs
- 650–850 Watt : erforderlich bei hochwertigen Grafikkarten von AMD oder Nvidia. Besonders empfehlenswert, wenn Sie ein Multi-GPU-System wie Crossfire oder SLI einsetzen.
- 1000 Watt : empfohlen bei sehr leistungsstarken Prozessoren wie einem Phenom II X6. Diese Klasse ist auch für Gamer gedacht, die extremes Overclocking betreiben.
Der Wirkungsgrad
Zwischen der in das Netzteil eingespeisten Leistung und der an die Komponenten abgegebenen Leistung besteht ein Unterschied. Ein Teil der Energie geht in Form von Wärme verloren. Vereinfacht gesagt: Hat ein Netzteil einen Verlust von 30 %, liegt sein Wirkungsgrad bei 70 %. In diesem Beispiel benötigen Sie für einen tatsächlichen Bedarf von 380 Watt ein Netzteil mit rund 542 Watt.
Zum Vorteil der Nutzer wurde die Zertifizierung „80 Plus“ eingeführt. Sie schreibt vor, dass ein Netzteil für die Zertifizierung einen Mindestwirkungsgrad von 80 % erreichen muss.
Hier die verschiedenen verfügbaren Zertifizierungsstufen:
- Standard : Mindestwirkungsgrad 82 %
- Bronze (Bronze) : Mindestwirkungsgrad 85 %
- Silver (Argent) : Mindestwirkungsgrad 87 %
- Gold (Or) : Mindestwirkungsgrad 89 %
- Platinum (Platine) : Mindestwirkungsgrad 90 %
- Titanium (Titane) : Mindestwirkungsgrad 94 %
Die Anschlüsse
Die Anzahl der Stecker eines Netzteils variiert je nach Modell. Sicher ist jedoch, dass aktuelle Modelle über einen ATX-24‑Pin-Stecker für das Mainboard verfügen. Dieser ist sowohl mit älteren 20‑Pin-Mainboards als auch mit neuen 24‑Pin-Boards kompatibel.
Richten Sie Ihr Augenmerk besonders auf den Stecker für die Grafikkarte, den sogenannten PCI-Express-Anschluss. Manche Grafikkarten benötigen 6 Pins, andere 6 + 2 und wieder andere 8. Sie sollten also ein Netzteil wählen, dessen PCI-Express-Anschlüsse zu Ihrer Karte passen.
Auch die übrigen Komponenten Ihres Gaming-PC benötigen Strom. Die Anschlüsse können SATA, PCI-E oder auch Molex sein. Daher ist es unmöglich, eine pauschale Empfehlung zu geben, ohne die Konfiguration Ihres PC zu kennen. Am besten erstellen Sie eine Liste aller benötigten Anschlüsse – unter Berücksichtigung sämtlicher Komponenten des PC (Wasserkühlung, Laufwerke usw.).
Die Modularität
Ausgehend von den Steckern und den daran angeschlossenen Komponenten unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten von Netzteilen. Erstens das nicht modulare Netzteil: Dessen Kabel sind fest mit dem Netzteilblock verbunden und lassen sich nicht abnehmen. Zweitens das modulare Netzteil, bei dem die Kabel abnehmbar sind.
Das Innere des PC-Gehäuses sollte gut aufgeräumt und gut belüftet sein. Daher empfiehlt es sich, ein modulares Netzteil zu wählen. Damit schließen Sie nur die Kabel an, die Sie wirklich benötigen, und vermeiden ein Kabelwirrwarr, das das Gehäuse unnötig verstopft.
Aus praktischen Gründen sollten Sie auf ummantelte Kabel achten. So sind die einzelnen Leitungen in einer gemeinsamen Ummantelung zusammengefasst. Dadurch nehmen sie weniger Platz ein und lassen sich im Gehäuse leichter verlegen.
Wenn Sie Ihren Gaming-PC optisch individualisieren möchten, bedenken Sie, dass die Kabel des Netzteils in vielen verschiedenen Farben erhältlich sind.
