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Was ist der Unterschied zwischen DisplayPort und HDMI?

DisplayPort und HDMI sind zwei unterschiedliche Standards für die Übertragung von Video- und Audiosignalen von einem Player zu einem Bildschirm. Aber worin besteht der Unterschied zwischen DisplayPort und HDMI – abgesehen von den deutlich verschiedenen Steckern? Schließlich wurden beide entwickelt, um dasselbe zu tun, oder? In diesem Artikel geben wir Ihnen einige Orientierungshilfen …

Die Geschichte der Technik bietet viele Beispiele für konkurrierende Standards, die gleichzeitig auf dem Markt waren. Man denke nur an den Normenkrieg bei Videorekordern Anfang der 1980er Jahre zwischen Video 2000, VHS und Betamax. Für die Jüngeren unter uns: Am Ende setzte sich VHS durch – vor allem wegen der geringeren Kosten und der Unterstützung durch die Erwachsenenfilm-Industrie. Jüngeren Datums war der Kampf zwischen Blu-ray und HD DVD.

DisplayPort oder HDMI: Wer ist wer?

Gibt es einen Formatkrieg zwischen DisplayPort und HDMI? Nicht wirklich. Obwohl HDMI und DisplayPort dasselbe Ziel haben, wurden sie unter unterschiedlichen Voraussetzungen entwickelt.

Die HDMI-Schnittstelle (Abkürzung für High-Definition Multimedia Interface) wurde 2003 von einem Konsortium aus (hauptsächlich) Display-Herstellern eingeführt, darunter Sony, Philips, Panasonic und Toshiba. Es handelt sich um große Unternehmen, die vor allem bildorientierte Anwendungen im Visier hatten. Deshalb finden Sie HDMI-Anschlüsse am häufigsten an Geräten wie Fernsehern, Spielekonsolen, Projektoren und Heim-PCs.

Einige Jahre später (2006) arbeitete ein anderes großes Konsortium aus PC- und Chip-Herstellern an der Entwicklung von DisplayPort (DP) als Nachfolger der älteren VGA- und DVI-Standards. Das Hauptziel waren Computermonitore, Grafikkarten und professionelle IT-Ausstattung – also eher datenorientierte Märkte.

Steckverbinder: der Unterschied einer einzelnen Pin-Reihe

Die 19-poligen HDMI-Steckverbinder gibt es eigentlich in fünf Formen, aber nur drei davon werden üblicherweise verwendet:

  • der bekannte Typ A (Standard-HDMI, hauptsächlich für Fernseher, Projektoren und Laptops),
  • Typ C (Mini-HDMI, häufig bei Tablets und einigen Laptops)
  • Typ D (Micro-HDMI, für Tablets und Smartphones).

Der weniger bekannte Typ B (29 Pins) wird für Dual-Link-Anwendungen eingesetzt, während Typ E eine Verriegelungslasche besitzt, die verhindert, dass das Kabel in Kfz-Anwendungen durch Vibrationen herausrutscht. Die übrigen HDMI-Steckverbinder werden in der Regel durch Reibung in der Buchse gehalten, auch wenn gelegentlich Verriegelungsmechanismen eingesetzt werden, damit sich das Kabel nicht löst. Solche Verriegelungen sind bei DisplayPort-Lösungen deutlich häufiger anzutreffen.

DisplayPort-Steckverbinder haben 20 Pins.

Es sind zwei Größen verfügbar: der Standard-DisplayPort und eine kleinere Alternative von Apple namens Mini DisplayPort. Letzterer ist derselbe Port wie Thunderbolt.

Obwohl die meisten DisplayPort-Steckverbinder in Normalgröße mit einem Verriegelungsmechanismus ausgestattet sind, der ein versehentliches Lösen verhindert, ist dieses Merkmal in der offiziellen Spezifikation nicht zwingend vorgeschrieben.

Auflösung und Bandbreite

Mit jeder neuen Version der HDMI- und DisplayPort-Standards werden in der Regel kleinere Zusatzfunktionen sowie höhere Auflösungen und mehr Bandbreite eingeführt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein neuer Bildschirm immer mit der neuesten Version des Standards kompatibel ist. Es ergibt wenig Sinn, einen Standard zu integrieren, der 8K-Auflösung unterstützt, wenn das Display nur Full HD darstellt. Am wichtigsten ist, dass der Standard zu den Anforderungen des Monitors passt. Ist das nicht der Fall, zahlen Sie für etwas, das Sie gar nicht nutzen können.

Die heute am häufigsten verwendete Version (für Videowall-Displays) ist DisplayPort 1.2. Sie unterstützt Videoauflösungen bis 3840 x 2160 Pixel bei einer Bildwiederholrate von 60 Hz. Der offizielle Name für diese Auflösung ist übrigens UHD, aber auch der Begriff 4K wird häufig verwendet. In der Filmindustrie bedeutet 4K allerdings eine Auflösung von 4096 x 2160. DisplayPort 1.2 unterstützt zudem alle gängigen 3D-Videoformate. Die maximale Bandbreite, die über ein DP-1.2-Kabel übertragen werden kann, beträgt 17,28 Gbit/s. DisplayPort 1.4, das 5120 x 2800 @ 60 Hz mit einer Bandbreite von 25,92 Gbit/s unterstützt, wird immer beliebter.

Die am weitesten verbreitete HDMI-Version, HDMI 2.0, bietet UHD-Auflösung mit 60 Hz und eine Bandbreite von 14,4 Gbit/s. Mit anderen Worten: Es ist wichtiger, auf die Versionsnummer zu achten (sowohl an der Quelle als auch am Bildschirm), als einfach nur DisplayPort mit HDMI zu vergleichen.

Es ist wichtiger, auf die Versionsnummer zu achten (sowohl an der Quelle als auch am Bildschirm), als einfach nur DisplayPort mit HDMI zu vergleichen.

Inzwischen wurde der Standard HDMI 2.1 eingeführt. Er unterstützt 4K mit 120 Hz oder 8K mit 60 Hz und bietet Übertragungsraten von 48 Gbit/s. Auch wenn HDMI 2.1 noch wenig verbreitet ist, wird es bereits in einigen High-End-Modellen eingesetzt (z. B. Gaming-Monitore). DisplayPort 2.0, das eine Auflösung von 10 240 x 4320 und eine Bandbreite von 77,4 Gbit/s ermöglicht, ist ebenfalls spezifiziert, allerdings gibt es derzeit noch keine Geräte auf dem Markt, die ihn nutzen.

Audiofunktionen: dem Ton auf der Spur

HDMI und DisplayPort unterstützen beide bis zu 8 digitale Audiokanäle mit 24 Bit und 192 kHz.

Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass der HDMI-Standard einen Audio Return Channel (ARC) vorsieht. Das bedeutet, dass nicht nur das Quellgerät (in der Regel ein AV-Receiver) Audio an den Fernseher senden kann, sondern dass der Ton auch in die andere Richtung laufen kann. Das ist zum Beispiel praktisch, wenn der Fernseher einen integrierten TV-Tuner oder Streaming-Dienste nutzt (z. B. wenn Sie Netflix auf einem Smart-TV schauen), Sie den Ton aber nicht über die eingebauten Lautsprecher des Fernsehers wiedergeben möchten, sondern über das Surround-System des AV-Receivers. Obwohl dies ein interessanter Anwendungsfall in der Unterhaltungselektronik ist, wird ARC in der professionellen AV-Bildwiedergabe so gut wie nie genutzt.

Länge des Kabels: Wie weit können Sie gehen?

Auf dem Markt sind verschiedene HDMI-Kabelnormen erhältlich, aber der heute übliche Kabeltyp ist als „High-Speed-HDMI“ zertifiziert. Leider bieten – wie so oft bei günstiger Unterhaltungselektronik – nicht alle High-Speed-HDMI-Kabel auch wirklich die erforderliche Qualität. Schlechte Kabel können zahlreiche Probleme verursachen, etwa Bildartefakte und Störungen.

Die HDMI-Norm definiert keine feste maximale Kabellänge. Stattdessen beschreibt sie eine Leistungsspezifikation, aus der sich die Kabellänge ableiten lässt. Im Allgemeinen sind HDMI-Kabel recht kurz. In typischen TV- und Projektor-Installationen liegen Bildschirm und Quelle selten mehr als 2 Meter auseinander.

Für längere Distanzen können Sie einen Signalverstärker oder ein aktives Kabel einsetzen, das das Signal verstärkt. Beachten Sie, dass HDMI-Signale auch über CAT-5- oder CAT-6-Kabel (bis zu 50 Meter), über Koaxialkabel (bis zu 90 Meter) oder über Glasfaser (über 100 Meter) übertragen werden können. Ein passives DisplayPort-Kupferkabel überträgt sehr hohe Datenraten, bis hin zu 4K-Auflösung, über eine Distanz von 2 Metern. Müssen Sie eine Strecke von bis zu 15 Metern überbrücken, sind Sie laut Spezifikation auf eine Auflösung von 1080p begrenzt. Zahlreiche Tests zeigen jedoch, dass auch höhere Auflösungen möglich sind. Ein aktives DP-Kupferkabel kann bis zu 20 Meter bei einer Auflösung von 2560 x 1600 überbrücken. Für DisplayPort können auch Glasfaser-Kabel längere Distanzen abdecken.

 

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