Das Startup Moonwatt mit Sitz in Amsterdam hat kürzlich 8 Millionen Euro eingeworben, um Energiespeichersysteme (ESS) auf Basis der Natrium-Ionen-Technologie zu entwickeln.
Der starke Ausbau der erneuerbaren Energien in den letzten zehn Jahren hat den Bedarf an leistungsfähigeren Speicherlösungen deutlich erhöht. Zwar dominiert die Lithium-Ionen-Technologie (Li-Ion) weiterhin den Markt, doch Natrium-Ionen etabliert sich als vielversprechende Alternative – insbesondere für Projekte, bei denen die Kosten entscheidend sind. Moonwatt, gegründet im September 2024, möchte saubere Energie wettbewerbsfähig machen und rund um die Uhr verfügbar halten, indem es die Unbeständigkeit erneuerbarer Quellen ausgleicht. Die Gründer – Zukui Hu (CEO), Guillaume Mancini (Technischer Direktor) und Valentin Rota (Vertriebsdirektor) – haben zuvor gemeinsam bei Tesla Energy gearbeitet.
Warum Natrium wählen?
Natrium-Ionen-Akkus, ob halbfest oder fest, gewinnen gegenüber Lithium-Ionen an Popularität, weil sie Sicherheitsvorteile, eine gute Energiedichte und niedrigere Produktionskosten bieten.
„Jede Technologie hat ihre Stärken und Schwächen. So hat etwa Lithium-Eisenphosphat (LFP) im stationären Speicherbereich Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) verdrängt, weil sie günstiger und langlebiger ist“, erläutert Valentin Rota.
Trotz einer geringeren Energiedichte (140–160 Wh/kg) eignen sich Natrium-Ionen-Akkus hervorragend für ESS, bei denen der Platzbedarf keine zentrale Rolle spielt. Ihr Sicherheitsprofil, vergleichbar mit oder sogar besser als das von LFP, verringert das Brandrisiko. Ihre Lebensdauer – 1 bis 1,3 Zyklen pro Tag über 20 Jahre – passt ideal zu den Anforderungen von Solarkraftwerken.
Die strategische Allianz von Solar und Speicher
Die weltweite Solarkapazität dürfte sich bis 2030 verzehnfachen. Die Kopplung von Solar und Speicher ist unverzichtbar geworden, um eine Überlastung der Netze zu vermeiden und die Rentabilität der Anlagen zu maximieren. Moonwatt entwickelt dezentralisierte, niederspannungsseitige DC-ESS, die direkt in Photovoltaikparks integriert werden. Das senkt die Infrastrukturkosten und verbessert die Energieeffizienz.
Im Gegensatz zu standardisierten Containern passt sich ihre modulare Architektur an Projekte von einigen Hundert kW bis hin zu mehreren GW an. „Wir richten uns an unabhängige Stromerzeuger und Netzbetreiber in Europa und weltweit, mit einem Schwerpunkt auf neuen Installationen und der Modernisierung bestehender Standorte“, erklärt Rota.
Herausforderungen und Perspektiven von Natrium-Ionen
Auch wenn Natrium reichlich vorhanden und günstig ist, bleibt der kontinuierliche Preisrückgang bei Lithium ein Hindernis. „Die Natrium-Ionen-Lieferkette ist noch jung, aber mit zunehmender Reife werden sich die Kosten stabilisieren. Manche Varianten wie NFPP (Polyanionen) sind besonders gut für stationäre Speicher geeignet“, fügt Rota hinzu.
Laut Yole Intelligence wird der Markt bis 2029 40 GWh erreichen, Moonwatt rechnet jedoch mit einer schnelleren Marktdurchdringung. Das Unternehmen befindet sich derzeit in der Prototypenphase, plant Pilotprojekte in einem Jahr und peilt eine kommerzielle Produktion (>1 GWh/Jahr) bis 2027 an.
Ambitionen und Weiterentwicklung
Moonwatt beschäftigt derzeit sieben Mitarbeitende und stellt aktiv neues Personal ein, um sein Technik-Team zu verstärken. Zwar läuft bislang noch kein europäisches Forschungsprojekt, doch das Unternehmen hofft, mit dem lokalen Ökosystem zusammenzuarbeiten, um Wachstum und Innovation zu beschleunigen.
